Tobias Huber: Ich will mich mit starken Kämpfern messen

Interview mit Tobias ''Thiago'' Huber

Tobias “Thiago“ Huber – Das Interview vor Superior FC

Erst mit 25 Jahren begann Tobias “Thiago“ Huber ohne große Ambitionen mit dem BJJ und etwas später mit MMA. Erstaunlich ist dabei, dass der heute 34-Jährige in den Jahren davor kaum Sport gemacht hatte und wie er selbst zugibt, in sehr schlechter körperlicher Form war. Er verbrachte immer mehr Zeit auf der Matte und seine Begeisterung für Jiu Jitsu wurde immer größer. So blieb es nicht aus, dass der heutige Familienvater mehr wollte und an den ersten Wettkämpfen teilnahm. Im Jahr 2010 bestritt Tobias Huber einen ersten Amateur MMA Kampf und drei Jahre später seinen ersten Kampf bei den Profis. Wir haben mit dem sympathischen Athleten vom Kong’s Gym gesprochen.

Hallo Tobias, wie läuft die Vorbereitung auf Superior FC 18 in Ludwigshafen?

Die Vorbereitung läuft gut, ich bin unverletzt und fühle mich fit. Das Training haben wir für die letzten Wochen noch einmal intensiviert. Die Ernährung ist umgestellt, damit der Weight-Cut so einfach wie möglich wird. Ich trainiere mit guten Trainingspartnern aus einigen Teams in Süddeutschland, vor allem natürlichen meinen Teamkameraden aus den verschiedenen Kongs Gyms.

Machst du diesmal etwas neues beim Training?

Ich versuche mich in diesem Trainingscamp sehr auf mich selbst zu fokussieren. In der Vorbereitung für meinen letzten Kampf bei Vote MMA habe ich mich extrem auf die Stärken und Fähigkeiten meines Gegners konzentriert und war dann doch ziemlich verkrampft im Duell. Ich arbeite also verstärkt an meinen Schwächen und Stärken, ohne mir zu viel Gedanken zu machen, wie mein Gegenüber kämpfen wird.

Wie siehst du deinen kommenden Gegner Shamil Banukayev?

Er ist ein junger und hungriger Kämpfer, der bei einem der besten Teams in Deutschland trainiert. In seinen Kämpfen habe ich starkes Ringen und dynamisches Stand-Up gesehen. Er hat ein gutes Distanzgefühl und harte Tritte. Ich sehe Shamil als einen meiner stärksten Gegner bisher. Er ist zurecht in den Top 5 der Gewichtsklasse gelistet.

Warum wirst du ihn besiegen?

Es ist immer schwer eine Prognose abzugeben. Ich denke meine größte Stärke in diesem Kampf ist meine Erfahrung. Auch wenn ich keine beeindruckende Bilanz vorweisen kann, habe ich über zwanzig Pro-MMA Kämpfe in meinem Rekord. Das darf nicht unterschätzt werden.

Du bist erstmals bei Superior FC dabei. Musstest du lange überlegen, als das Angebot kam?

Als ich gehört habe, dass Superior nach Ludwigshafen kommt, wollte ich sofort dabei sein. Um ehrlich zu sein, habe ich deshalb den Matchmaker von Superior selbst angesprochen. Ich komme ja ursprünglich aus der Gegend von Mannheim. Ich wollte schon immer in der Umgebung kämpfen und habe viele Freunde, die mich gerne kämpfen sehen würden, doch oft sind die Veranstaltungen zu weit entfernt. Als Superior mir dann Shamil als Gegner vorgeschlagen hat, musste ich zusagen. Ich bin der Meinung, dass man sich immer mit den starken Kämpfern messen muss und er ist sehr weit vorne in den Ranglisten.

Wie siehst du Superior FC?

Ich denke Superior FC ist zusammen mit WLMMA und GMC, eine der besten und größten Organisationen in Deutschland. Als ich 2011/12 noch als Amateur kämpfte, war mein Ziel, eines Tages bei Superior zu kämpfen. Ich kann mich noch gut an die Events in Mainz erinnern. Mein damaliger Trainer Tomislav Iverac nahm an einem Turnier im Halbschwergewicht teil, bei dem ich vor Ort war. Nun ist Superior nach einer zwischenzeitlichen Pause zurück und ich freue mich sehr auf die Veranstaltung.

Planst du in Zukunft wieder an Grappling-Wettkämpfen teilzunehmen?

Auch wenn der Fokus aktuell auf MMA liegt, werde ich sich weiter an Grappling Wettkämpfen teilnehmen. Zuletzt konnte ich bei der NAGA eine Silbermedaille erkämpfen. Ich hoffe, Ende des Jahres auch wieder bei der NAGA Europe in Frankreich teilnehmen zu können. Ich will auf jeden Fall regelmäßig an Turnieren teilnehmen, auch im BJJ. Ich denke im Grappling kann ich noch sehr lange aktiv bleiben, selbst wenn mit dem MMA in ein paar Jahren Schluss ist.

Was ist dein größter Traum im sportlichen Bereich?

Mein größter Traum im MMA ist es, einmal in Brasilien zu kämpfen. Aber auch in einem anderen Land, in dem der Sport groß ist. Einmal vor einer tollen Kulisse, z.B in Brasilien, Japan oder Russland zu kämpfen, ist schon ein Traum von mir. Im Grappling würde ich gerne einmal an den IBJJF No-Gi Europeans teilnehmen oder an einem internationalen ADCC Turnier.

Hast du einen Wunschgegner?

Einen bestimmten Wunschgegner habe ich nicht. Ich denke, inzwischen gibt es im deutschen und europäischen Bantamgewicht viele interessante Match-Ups. Ich versuche Kämpfe gegen möglichst starke Gegner zu bekommen. Mein Rekord ist nicht perfekt und ich schaffe es sicherlich nicht in die UFC. Daher bin ich an „Aufbaukämpfen“ nicht mehr interessiert. Ich will meine Fähigkeiten testen und ein besserer Kämpfer werden.

Wenn du einen Wunsch im Leben frei hättest, wie würdest du dich entscheiden?

Wenn es ein einziger Wunsch wäre, würde ich mir wünschen, dass es meinem Sohn immer gut gehen, er ein langes, schönes Leben haben wird und immer glücklich ist.

Hast du noch abschließende Worte?

Ja, ich bedanke mich noch einmal bei allen, die mich auf meinem privaten und sportlichen Weg unterstützen und unterstützt haben. Natürlich bei allen Trainingspartnern, Trainern, vor allem natürlich auch bei meiner Frau und meiner Familie.

Ich freue mich sehr über jeden, der mich am 16. September in Ludwigshafen unterstützt.

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