Erstes Statement von Cormier + Zukunftsprognose

Die Zukunft von Daniel Cormier

UFC 214 ist Geschichte und damit auch Cormiers Traum vom Sieg gegen Jon Jones. Auch im zweiten Versuch ist es ihm nicht gelungen, seinen ärgsten Widersacher in die Knie zu zwingen. Nachdem sein erster Frust über diese erneute Niederlage verraucht ist, wird sich DC die Frage stellen, wie es mit ihm in der UFC nun weitergeht. Er ist bis auf Jones klar und deutlich der beste Halbschwergewichtler der Welt und wäre wahrscheinlich in jeder anderen Epoche DER Dominator dieser Gewichtsklasse. Leider jedoch hat er das Pech, sich diese Ära ausgerechnet mit dem wahrscheinlich besten MMA`ler aller Zeiten teilen zu müssen, in dessen Schatten er nun für immer stehen wird. Das schmälert ein wenig seine eigentlichen Leistungen. Cormier hat eine exzellente Vita vorzuweisen. Vom Olympioniken über den Sieg im Strikeforce-Schwergewichtsturnier, wo er sich gegen wesentlich größere und schwerere Kontrahenten durchsetzen konnte bis hin zum Halbschwergewichtschampion der UFC, wo er mit Anthony „Rumble“ Johnson und Alexander Gustafsson die besten ihrer Zunft nach „Bones“ Jones besiegte. Im Grunde also hat er alles erreicht und niemandem mehr etwas zu beweisen. Der einzige Makel allerdings, der wie ein Fluch über seiner Karriere schwebt, ist die Tatsache, dass er Jon Jones in zwei Versuchen nicht besiegen konnte.

Von Remo Kelm

Schwergewicht oder Halbschwergewicht?

Wie geht es nun also weiter mit „DC“? Im Halbschwergewicht dürfte es schwer fallen, sich weiterhin zu motivieren. Wozu soll er nochmal die besten der Rangliste besiegen, wenn er an Jones letztlich ohnehin nicht vorbeikommt? Doch müsste er das überhaupt? Denn die Motivationsfrage im LHW stellt sich ebenso für Jones. Auch er hat bereits jeden von Rang und Namen besiegt. Die besten der Gewichtklasse nach DC dürften ihm kaum gewachsen sein. Nachdem er nun in aller Öffentlichkeit Brock Lesnar herausforderte, drängt sich förmlich die Frage auf, ob er seine Zukunft nicht ohnehin im HW suchen sollte, um seine Legende endgültig zu zementieren. Die Fähigkeiten, die Körpergröße und die Reichweite dazu hat er allemal. Das würde natürlich bedeuten, dass, sollte er sich tatsächlich aufs Schwergewicht konzentrieren, der Titel im Halbschwergewicht wieder frei werden würde. Freie Bahn für Cormier also?

Erfahrung im HW

Diese Frage ist mit einem klaren Jein zu beantworten. Faktisch wäre der Titel dann natürlich vakant und Cormier hätte als der legitime Anführer der „Best of the Rest“-Fraktion sicherlich die größten Chancen auf den Gürtel. Dann allerdings würde man seine Regentschaft stets in Frage stellen und Stimmen würden laut, er könne wieder nur in Jones` Abwesenheit den Titel tragen. Cormier ist clever und weiß das natürlich auch. Ob er sich diese ständigen Nörgeleien noch antun möchte, darf bezweifelt werden. Sollte Jones jedoch weiter im LHW bleiben, bliebe für Cormier die Möglichkeit, in`s Schwergewicht zu wechseln. Als ehemaliger Schwergewichtler wäre das für DC kein Neuland, schließlich hat er bereits Frank Mir, Josh Barnett, „Bigfoot“ Silva, Roy Nelson und Jeff Monson besiegt. Zwar würde es dann nach einer „Flucht“ vor Jones aussehen, hätte allerdings den Vorteil, dass er sich mit dem Weightcut auf 205 lbs im Spätherbst seiner Karriere nicht mehr herumschlagen müsste und es würden zudem neue Herausforderungen auf ihn warten.

Karriereende?

Eine weitere Option wäre, die Handschuhe an den Nagel zu hängen und seine Kommentatoren-Karriere zu forcieren, denn was immer er auch tut, er wird in der Erinnerung der Menschen stets die Nummer 2 hinter Jon Jones bleiben. Nur ein Titel kann dies möglicherweise noch abwenden. Warum also nicht die Kämpfe künftig vom Kommentatorenpult aus verfolgen? Mit mittlerweile 38 Jahren und nach all den Erfolgen im Laufe seiner Karriere könnte ihm das wohl niemand verdenken.

Erstes Statement nach dem Kampf

Indes hat „DC“ sein erstes Statement nach seiner Niederlage am Wochenende veröffentlicht. Obwohl man aus diesem zwar noch keine Entscheidung bezüglich seiner künftigen Karriere herauslesen kann, sollen diese Zeilen hier nicht unerwähnt bleiben.

„Zunächst einmal möchte ich mich für all die tröstenden Worte bedanken. Ich konnte die Unterstützung deutlich spüren. Gratulation an Jon Jones und sein Team. Sie haben hervorragende Arbeit geleistet und den Sieg eingefahren. Außerdem möchte ich mich bei Big John McCarthy für mein Benehmen ihm gegenüber entschuldigen. Ich bin dankbar dafür, dass du mir genug Zeit gegeben hast, mich aus der Situation zu befreien und im Kampf zu bleiben. Es hat einen Grund, weshalb du der beste deiner Zunft bist. Desweiteren möchte ich mich bei meinem Team und meinen Coaches bedanken. Ich liebe euch von ganzem Herzen und wertschätze eure investierte Zeit und Energie. Ihr habt einen tollen Job gemacht. Ich war bereit für den Kampf. Am Ende ist es halt ein Faustkampf und solche Dinge passieren eben. Dana White und die UFC; danke dafür, dass ihr die beste MMA-Organisation der Welt seid. Abschließend noch einmal herzlichen Glückwunsch an Jones` Team und JacksonWink. Ich liebe euch alle. Wir sehen uns. DC.”

GFN meint, wie auch immer Daniel Cormiers weiterer Weg aussehen mag. Er hat im Laufe seiner Karriere Großartiges geleistet und das Team von German Fight News wünscht ihm auf diesem Wege viel Erfolg und alles Gute für die Zukunft.

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